Am 8. März 2026 blickte ganz Deutschland auf den Südwesten: Die Landtagswahl in Baden-Württemberg war eine Wahl der Rekorde und Premieren.
Mit rund 7,7 Millionen Wahlberechtigten waren so viele Menschen wie nie zuvor zur Stimmabgabe aufgerufen. Erstmals kam dabei ein neues Wahlsystem zum Einsatz, bei dem die Wählerinnen und Wähler zwei Stimmen vergeben konnten: Mit der Erststimme wurde eine Person direkt im Wahlkreis gewählt, während die Zweitstimme einer Partei über die Landesliste galt – ein Modell, das für mehr Repräsentation im Landtag sorgen soll.
Eine weitere Premiere war die Absenkung des Wahlalters: Rund 180.000 Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren durften erstmals an einer Landtagswahl teilnehmen. Auch das Bewerberfeld zeigte eine ungewöhnliche Vielfalt. Insgesamt traten 1.184 Kandidierende an, darunter 790 Männer, 390 Frauen und vier diverse Personen.
Die Altersspanne reichte von 18 bis 82 Jahren, während sich 21 Parteien in 70 Wahlkreisen zur Wahl stellten.
Die Wahllokale waren von 8 bis 18 Uhr geöffnet und lieferten am Abend ein Ergebnis, das die politische Landschaft neu ordnet. Im Mittelpunkt stand vor allem die Nachfolge von Winfried Kretschmann, der nach 15 Jahren nicht erneut kandidierte. In einem äußerst knappen Rennen konnten sich die Grünen mit 30,2 Prozent hauchdünn vor der CDU mit 29,7 Prozent behaupten. Die AfD wurde mit 18,8 Prozent drittstärkste Kraft.
Deutlich schwächer schnitten hingegen SPD (5,5 Prozent) und FDP (4,4 Prozent) ab, wobei die FDP den Einzug in den Landtag verpasste.
Damit steht Baden-Württemberg nun vor intensiven Koalitionsverhandlungen, die maßgeblich darüber entscheiden werden, wie sich das Land in den kommenden fünf Jahren insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Klimaschutz ausrichtet.